Kindererziehung und religiöse Bildung im Islam

Verehrte Muslime!
Unsere Kinder sind die kostbarsten Geschenke, die Allah Taʿālā uns anvertraut hat, und die schönste Zierde des irdischen Lebens. Der Islam betrachtet die Erziehung der Kinder nicht nur als weltliche Verantwortung, sondern auch als die größte Prüfung für Eltern im Hinblick auf das Jenseits sowie als eine Form der Sadaqat al-Dschāriya, das heißt eine fortlaufende Wohltat, deren Lohn niemals endet.
Allah Taʿālā verkündet im edlen Koran: „O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind.” (Sure at-Tahrīm, 66:6)
Dieser Koranvers bürdet uns Eltern eine sehr schwere und unausweichliche Verantwortung auf. Es genügt nicht, lediglich die körperlichen Bedürfnisse unserer Kinder zu stillen oder ihre Mägen zu füllen. Es ist auch unsere vorrangige Pflicht, ihre Seelen mit dem Licht des Glaubens zu nähren.
Liebe Muslime! Unsere Kinder sind nicht unser Eigentum, sondern anvertraute Gaben, die Allah Taʿālā für uns bestimmt hat. Unser Rabb warnt uns in der Sure al-Anfāl, Vers 28 wie folgt: „Und wisst, dass euer Besitz und eure Kinder nur eine Versuchung sind und dass es bei Allah gewiss einen großartigen Lohn gibt.”
In einem bekannten Hadith umreißt unser Prophet (s.a.w.) die Grenzen unserer Verantwortung wie folgt: „Jeder von euch ist ein Hirte und jeder von euch ist für die, die ihm anvertraut sind, verantwortlich. Der Mann ist der Hirte über seine Familie und trägt die Verantwortung für sie. Die Frau ist Hirtin des Hauses ihres Mannes und trägt die Verantwortung dafür.” (Al-Buchārī, Ahkām, 1)
Am Tag des Jüngsten Gerichts werden wir persönlich dafür zur Rechenschaft gezogen, wie wir unsere Kinder erzogen haben. Worauf sollte ein Muslim also bei der Erziehung seiner Kinder in den verschiedenen Entwicklungsphasen achten? Im Lichte der Sunna lassen sich einige Punkte wie folgt zusammenfassen:
1. Eine gute Namensgebung und Halāl-Ernährung: Bildung und Erziehung beginnen mit der Geburt des Kindes. Die ersten Voraussetzungen sind die Wahl eines schönen Namens, der ihm eine muslimische Identität vermittelt, und die Sicherstellung, dass das Kind nur mit Halāl-Nahrung ernährt wird. Halāl-Ernährung ist der Grundstein für einen reinen Charakter.
2. Glaube und Gebet: Das erste Wort, das wir unseren Kindern beibringen sollten, muss „Lā ilāha illallāh” (Es gibt keinen Gott außer Allah!) lauten. Wenn sie beginnen, ein Selbstbewusstsein zu entwickeln, müssen wir die Liebe zu Allah und zu Seinem Propheten tief in ihre Herzen verankern. Unser Prophet (s.a.w.) riet dazu, Kinder ab dem siebten Lebensjahr an das Gebet zu gewöhnen.
3. Vorbildsfunktion durch Taten (die Sprache der Taten): Kinder neigen dazu, eher das in die Praxis umzusetzen, was sie sehen, als das, was sie hören. Ein Kind, das in einem Umfeld aufwächst, in dem der heilige Koran rezitiert wird, üble Nachrede vermieden wird, Gebete verrichtet werden und Ehrlichkeit praktiziert wird, erfährt ohnehin ganz natürlich eine islamische Erziehung. Als Eltern sollte unsere eigene Lebensweise unser wichtigster Rat sein.
Verehrte Muslime! Leider konzentriert sich die Sorge um Kinder heutzutage oft nur auf ihre Karriere, ihre gesellschaftliche Stellung und ihre finanzielle Zukunft. Natürlich ist es wichtig, dass unsere Kinder eine gute Bildung erhalten und einen Beruf erlernen. Doch ein Arzt ohne Jenseitsglauben, ein Ingenieur ohne Moral oder ein Manager ohne Gerechtigkeitssinn schaden sowohl sich selbst als auch der Gesellschaft. Hört, was der Gesandte Allahs (s.a.w.) dazu sagt: „Kein Vater und keine Mutter machen ihrem Kind ein wertvolleres Geschenk als eine gute Erziehung.” (at-Tirmidhī, Birr, 33)
Das größte Vermächtnis sind weder Reichtümer noch Villen noch prall gefüllte Bankkonten. Das größte Vermächtnis ist vielmehr ein rechtschaffenes Kind, das nach unserem Tod für uns betet und seinem Vaterland, seinem Volk und der Umma nützlich ist.
Vergesst das Sprichwort nicht: „Den Baum muss man biegen, solange er jung ist.” Wir dürfen unsere Kinder nicht dem Einfluss von Fernsehen, Internet, unkontrollierten Straßen und schädlichen Freundschaften überlassen. Wir müssen ihnen Zeit widmen, ihre Freunde sein und ihnen Orientierung geben. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, unsere Kinder für die Sommerkurse und Wohnheime der Gemeinden des Union Islamischer Kulturzentren anzumelden. So können sie das Lesen des Korans sowie islamische Wissenschaften wie Aqida, Ilmihal und Siyer an-Nabi erlernen. Dadurch kommen wir auch unserer Verantwortung nach. Denn im familiären Umfeld ist dies oftmals nicht in ausreichendem Maße möglich.
Lasst uns mit dem folgenden großartigen Gebet aus dem Koran stets zu Allah beten: „Unser Rabb, gewähre uns Augentrost an unseren Gattinnen und unseren Nachfahren, und mache uns zu Führern für die Gottesfürchtigen.“

Die Verwandtschaftsbande

Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um den Monat Muharram und um das islamische Neujahr. Am Dienstag, dem 16. Juni 2026, begehen wir den 1. Muharram nach dem Hidschra-Kalender und somit auch das islamische Neujahr.
Mit der Hidschra, der Auswanderung unseres Propheten (s.a.w.) und der Muslime nach Medina, wurde ein neues Kapitel in der Weltgeschichte aufgeschlagen. Der Islam, der den Lauf der Weltgeschichte verändern sollte, fand durch die Hidschra eine neue Heimat, und die erleuchtete Stadt Medina wurde zu einem Zentrum, das den Verlauf der Geschichte beeinflussen sollte. Diese Auswanderung, arabisch Hidschra, gab auch dem islamischen Kalender seinen Namen.
Die Hidschra, der Beginn der islamischen Zeitrechnung, ist nicht bloß eine geographische Wanderung von Mekka nach Medina. Sie ist ein Marsch der Gerechtigkeit gegen Unterdrückung. Sie ist der Übergang von der Finsternis des Götzentums zum Licht des Islam. Sie ist eine Zeitenwende, die Wahrheit von Lüge unterscheidet. Für Muslime bedeutet sie die Gründung eines neuen Staates und einer neuen Zivilisation.
Im Gegensatz zu anderen Kalendern, die sich an der Sonne orientieren, richtet sich der Hidschra-Kalender nach dem Mond. Das ist für religiöse Zwecke viel besser geeignet und ge-rechter. So ist das Fasten beispielsweise nicht auf einen bestimmten Monat des Sonnenkalenders fixiert, sondern beginnt jedes Jahr elf Tage früher. Angesichts der Sommer- und Winterzeiten, die die Muslime in den verschiedenen geografischen Regionen der Welt zu unterschiedlichen Zeiten erleben, ist dies gerecht. Außerdem trägt die Wanderung der gesegneten Tage und Nächte dazu bei, dass alle Jahreszeiten gesegnet werden.
Liebe Muslime!
Ein neues Jahr bedeutet einen Neuanfang und neuen Schwung. Es ist eine schöne Geste, wenn sich Muslime gegenseitig zum neuen Jahr gratulieren. Das islamische Neujahr markiert zugleich den Beginn unseres Ibādāt-Kalenders. Deshalb sollten wir uns im Monat Muharram mit frischer Begeisterung der Anbetung und unseren spirituellen Pflichten widmen.
Das neue islamische Jahr bietet uns die Gelegenheit, uns zu bessern. Wir sollten uns vornehmen, unsere vergangenen Sünden aufrichtig zu bereuen, und unseren Dienst an Allah sowie unseren Charakter zu verbessern. Lasst uns vom Bösen zum Guten und von Sünden zu guten Taten übergehen!
Verehrte Muslime! Der Monat Muharram ist einer der vier heiligen Monate, aschhuru hurum genannt. Die Bezeichnung „harām” rührt daher, dass die Belohnung für gute Taten in diesem Monat besonders groß ist, ebenso wie die Strafe für Sünden. Selbst die Araber der Dschāhiliyya ehrten diese Monate so sehr, dass sie den Mörder ihres Vaters in Ruhe ließen, wenn sie ihm begegneten. (Vgl. Tafsir ar-Razi, Sure 9:36)
Allah Taʿālā sagt im edlen Koran: „Wahrlich, die Anzahl der Monate bei Allah beträgt in der Schrift Allahs zwölf Monate (seit) dem Tag, an dem Er die Himmel und die Erde erschuf. Vier von ihnen sind heilig. Dies ist die rechte Religion. So begeht in ihnen kein Unrecht gegen euch selbst.” (Sure at-Tawba, 9:36)
Was bedeutet es, in diesen Monaten kein Unrecht gegen sich selbst zu begehen? Es bedeutet, die Heiligkeit dieser Monate nicht zu verletzen, in ihnen keine verbotenen Handlungen zu begehen und die eigenen religiösen Pflichten nicht zu vernachlässigen. (Vgl. Tafsir al-Alusi, Kommentar zu Sure 9:36)
Unser Prophet (s.a.w.) unterstrich die Bedeutung der Ibādāt in diesem Monat mit dem folgenden Hadith Scharīf: „Das vorzüglichste Fasten nach dem Ramadan ist (das Fasten) im Monat Allahs Muharram.” (Muslim, 1163)
Es wird empfohlen, die ersten zehn Tage des Muharram zu fasten und das Fasten am Āschūrā-Tag mit dem Āschūrā-Gericht zu brechen. Wer die ersten zehn Tage nicht einhalten kann, sollte zumindest am 8., 9. und 10. Tag fasten.
Der 10. Muharram ist Āschūrā-Tag, ein besonderer Tag, an dem viele bedeutende Ereignisse stattgefunden haben. Da die meisten dieser Ereignisse mit den Propheten in Verbindung stehen, wird dieser Monat auch „Schahr al-anbiyā”, also „Monat der Propheten”, genannt. (Ruh al-Bayan, Bd. 3, S. 423)
Lasst uns bereits jetzt auf den Āschūrā-Tag vorbereiten, um von seinem Segen und seiner Fülle zu profitieren. Wir gratulieren euch allen herzlich zum neuen Hidschra-Jahr und wünschen allen Muslimen alles erdenklich Gute, Segen und Erleuchtung von Allah Taʿālā.

Der Aschūrā-Tag

Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um den Monat Muharram und um das islamische Neujahr. Am Dienstag, dem 16. Juni 2026, begehen wir den 1. Muharram nach dem Hidschra-Kalender und somit auch das islamische Neujahr.
Mit der Hidschra, der Auswanderung unseres Propheten (s.a.w.) und der Muslime nach Medina, wurde ein neues Kapitel in der Weltgeschichte aufgeschlagen. Der Islam, der den Lauf der Weltgeschichte verändern sollte, fand durch die Hidschra eine neue Heimat, und die erleuchtete Stadt Medina wurde zu einem Zentrum, das den Verlauf der Geschichte beeinflussen sollte. Diese Auswanderung, arabisch Hidschra, gab auch dem islamischen Kalender seinen Namen.
Die Hidschra, der Beginn der islamischen Zeitrechnung, ist nicht bloß eine geographische Wanderung von Mekka nach Medina. Sie ist ein Marsch der Gerechtigkeit gegen Unterdrückung. Sie ist der Übergang von der Finsternis des Götzentums zum Licht des Islam. Sie ist eine Zeitenwende, die Wahrheit von Lüge unterscheidet. Für Muslime bedeutet sie die Gründung eines neuen Staates und einer neuen Zivilisation.
Im Gegensatz zu anderen Kalendern, die sich an der Sonne orientieren, richtet sich der Hidschra-Kalender nach dem Mond. Das ist für religiöse Zwecke viel besser geeignet und ge-rechter. So ist das Fasten beispielsweise nicht auf einen bestimmten Monat des Sonnenkalenders fixiert, sondern beginnt jedes Jahr elf Tage früher. Angesichts der Sommer- und Winterzeiten, die die Muslime in den verschiedenen geografischen Regionen der Welt zu unterschiedlichen Zeiten erleben, ist dies gerecht. Außerdem trägt die Wanderung der gesegneten Tage und Nächte dazu bei, dass alle Jahreszeiten gesegnet werden.
Liebe Muslime!
Ein neues Jahr bedeutet einen Neuanfang und neuen Schwung. Es ist eine schöne Geste, wenn sich Muslime gegenseitig zum neuen Jahr gratulieren. Das islamische Neujahr markiert zugleich den Beginn unseres Ibādāt-Kalenders. Deshalb sollten wir uns im Monat Muharram mit frischer Begeisterung der Anbetung und unseren spirituellen Pflichten widmen.
Das neue islamische Jahr bietet uns die Gelegenheit, uns zu bessern. Wir sollten uns vornehmen, unsere vergangenen Sünden aufrichtig zu bereuen, und unseren Dienst an Allah sowie unseren Charakter zu verbessern. Lasst uns vom Bösen zum Guten und von Sünden zu guten Taten übergehen!
Verehrte Muslime! Der Monat Muharram ist einer der vier heiligen Monate, aschhuru hurum genannt. Die Bezeichnung „harām” rührt daher, dass die Belohnung für gute Taten in diesem Monat besonders groß ist, ebenso wie die Strafe für Sünden. Selbst die Araber der Dschāhiliyya ehrten diese Monate so sehr, dass sie den Mörder ihres Vaters in Ruhe ließen, wenn sie ihm begegneten. (Vgl. Tafsir ar-Razi, Sure 9:36)
Allah Taʿālā sagt im edlen Koran: „Wahrlich, die Anzahl der Monate bei Allah beträgt in der Schrift Allahs zwölf Monate (seit) dem Tag, an dem Er die Himmel und die Erde erschuf. Vier von ihnen sind heilig. Dies ist die rechte Religion. So begeht in ihnen kein Unrecht gegen euch selbst.” (Sure at-Tawba, 9:36)
Was bedeutet es, in diesen Monaten kein Unrecht gegen sich selbst zu begehen? Es bedeutet, die Heiligkeit dieser Monate nicht zu verletzen, in ihnen keine verbotenen Handlungen zu begehen und die eigenen religiösen Pflichten nicht zu vernachlässigen. (Vgl. Tafsir al-Alusi, Kommentar zu Sure 9:36)
Unser Prophet (s.a.w.) unterstrich die Bedeutung der Ibādāt in diesem Monat mit dem folgenden Hadith Scharīf: „Das vorzüglichste Fasten nach dem Ramadan ist (das Fasten) im Monat Allahs Muharram.” (Muslim, 1163)
Es wird empfohlen, die ersten zehn Tage des Muharram zu fasten und das Fasten am Āschūrā-Tag mit dem Āschūrā-Gericht zu brechen. Wer die ersten zehn Tage nicht einhalten kann, sollte zumindest am 8., 9. und 10. Tag fasten.
Der 10. Muharram ist Āschūrā-Tag, ein besonderer Tag, an dem viele bedeutende Ereignisse stattgefunden haben. Da die meisten dieser Ereignisse mit den Propheten in Verbindung stehen, wird dieser Monat auch „Schahr al-anbiyā”, also „Monat der Propheten”, genannt. (Ruh al-Bayan, Bd. 3, S. 423)
Lasst uns bereits jetzt auf den Āschūrā-Tag vorbereiten, um von seinem Segen und seiner Fülle zu profitieren. Wir gratulieren euch allen herzlich zum neuen Hidschra-Jahr und wünschen allen Muslimen alles erdenklich Gute, Segen und Erleuchtung von Allah Taʿālā.

Der Monat Muharram und das islamische Neujahr

Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um den Monat Muharram und um das islamische Neujahr. Am Dienstag, dem 16. Juni 2026, begehen wir den 1. Muharram nach dem Hidschra-Kalender und somit auch das islamische Neujahr.
Mit der Hidschra, der Auswanderung unseres Propheten (s.a.w.) und der Muslime nach Medina, wurde ein neues Kapitel in der Weltgeschichte aufgeschlagen. Der Islam, der den Lauf der Weltgeschichte verändern sollte, fand durch die Hidschra eine neue Heimat, und die erleuchtete Stadt Medina wurde zu einem Zentrum, das den Verlauf der Geschichte beeinflussen sollte. Diese Auswanderung, arabisch Hidschra, gab auch dem islamischen Kalender seinen Namen.
Die Hidschra, der Beginn der islamischen Zeitrechnung, ist nicht bloß eine geographische Wanderung von Mekka nach Medina. Sie ist ein Marsch der Gerechtigkeit gegen Unterdrückung. Sie ist der Übergang von der Finsternis des Götzentums zum Licht des Islam. Sie ist eine Zeitenwende, die Wahrheit von Lüge unterscheidet. Für Muslime bedeutet sie die Gründung eines neuen Staates und einer neuen Zivilisation.
Im Gegensatz zu anderen Kalendern, die sich an der Sonne orientieren, richtet sich der Hidschra-Kalender nach dem Mond. Das ist für religiöse Zwecke viel besser geeignet und ge-rechter. So ist das Fasten beispielsweise nicht auf einen bestimmten Monat des Sonnenkalenders fixiert, sondern beginnt jedes Jahr elf Tage früher. Angesichts der Sommer- und Winterzeiten, die die Muslime in den verschiedenen geografischen Regionen der Welt zu unterschiedlichen Zeiten erleben, ist dies gerecht. Außerdem trägt die Wanderung der gesegneten Tage und Nächte dazu bei, dass alle Jahreszeiten gesegnet werden.
Liebe Muslime!
Ein neues Jahr bedeutet einen Neuanfang und neuen Schwung. Es ist eine schöne Geste, wenn sich Muslime gegenseitig zum neuen Jahr gratulieren. Das islamische Neujahr markiert zugleich den Beginn unseres Ibādāt-Kalenders. Deshalb sollten wir uns im Monat Muharram mit frischer Begeisterung der Anbetung und unseren spirituellen Pflichten widmen.
Das neue islamische Jahr bietet uns die Gelegenheit, uns zu bessern. Wir sollten uns vornehmen, unsere vergangenen Sünden aufrichtig zu bereuen, und unseren Dienst an Allah sowie unseren Charakter zu verbessern. Lasst uns vom Bösen zum Guten und von Sünden zu guten Taten übergehen!
Verehrte Muslime! Der Monat Muharram ist einer der vier heiligen Monate, aschhuru hurum genannt. Die Bezeichnung „harām” rührt daher, dass die Belohnung für gute Taten in diesem Monat besonders groß ist, ebenso wie die Strafe für Sünden. Selbst die Araber der Dschāhiliyya ehrten diese Monate so sehr, dass sie den Mörder ihres Vaters in Ruhe ließen, wenn sie ihm begegneten. (Vgl. Tafsir ar-Razi, Sure 9:36)
Allah Taʿālā sagt im edlen Koran: „Wahrlich, die Anzahl der Monate bei Allah beträgt in der Schrift Allahs zwölf Monate (seit) dem Tag, an dem Er die Himmel und die Erde erschuf. Vier von ihnen sind heilig. Dies ist die rechte Religion. So begeht in ihnen kein Unrecht gegen euch selbst.” (Sure at-Tawba, 9:36)
Was bedeutet es, in diesen Monaten kein Unrecht gegen sich selbst zu begehen? Es bedeutet, die Heiligkeit dieser Monate nicht zu verletzen, in ihnen keine verbotenen Handlungen zu begehen und die eigenen religiösen Pflichten nicht zu vernachlässigen. (Vgl. Tafsir al-Alusi, Kommentar zu Sure 9:36)
Unser Prophet (s.a.w.) unterstrich die Bedeutung der Ibādāt in diesem Monat mit dem folgenden Hadith Scharīf: „Das vorzüglichste Fasten nach dem Ramadan ist (das Fasten) im Monat Allahs Muharram.” (Muslim, 1163)
Es wird empfohlen, die ersten zehn Tage des Muharram zu fasten und das Fasten am Āschūrā-Tag mit dem Āschūrā-Gericht zu brechen. Wer die ersten zehn Tage nicht einhalten kann, sollte zumindest am 8., 9. und 10. Tag fasten.
Der 10. Muharram ist Āschūrā-Tag, ein besonderer Tag, an dem viele bedeutende Ereignisse stattgefunden haben. Da die meisten dieser Ereignisse mit den Propheten in Verbindung stehen, wird dieser Monat auch „Schahr al-anbiyā”, also „Monat der Propheten”, genannt. (Ruh al-Bayan, Bd. 3, S. 423)
Lasst uns bereits jetzt auf den Āschūrā-Tag vorbereiten, um von seinem Segen und seiner Fülle zu profitieren. Wir gratulieren euch allen herzlich zum neuen Hidschra-Jahr und wünschen allen Muslimen alles erdenklich Gute, Segen und Erleuchtung von Allah Taʿālā.

Rechtschaffene Frauen (sālihāt)

Verehrte Muslime!
Unsere Hutbe handelt von rechtschaffenen Frauen.
Allah Taʿālā erschuf den Menschen – wie auch andere Lebewesen – als männlich und weiblich. Doch Er gestaltete sie wie die Organe eines Körpers, die sich gegenseitig ergänzen. Die Tatsache, dass die Organe unterschiedliche Funktionen haben, bedeutet nicht, dass das eine Organ weniger bedeutend ist als das andere. Es gibt lediglich Unterschiede in den Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die Allah Taʿālā zwischen ihnen festgelegt hat. Die Vorzüglichkeit liegt hingegen in der Taqwā, in der Gottesfurcht.
Der heilige Koran verkündet diese erhabene Wahrheit kurz und prägnant wie folgt: „O ihr Menschen, Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Wahrlich, der Angesehenste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste unter euch. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.” (al-Hudschurāt, 49:13)
Es gibt sowohl unter den Männern als auch unter den Frauen Awliyāullāh, also Freunde Allahs. Im edlen Koran werden sie wie folgt beschrieben: „Siehe, die Freunde Allahs haben wahrlich nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein; diejenigen, die den Imān verinnerlicht haben und gottesfürchtig handeln.“ (Yūnus, 10:62-63)
Bei genauerer Betrachtung liegt die Betonung hier auf Imān und Taqwā, also auf Glauben und Gottesfurcht. Eine Unterscheidung hinsichtlich der Geschlechter in Bezug auf die Nähe zu Allah wird nicht getroffen. Allerdings unterscheiden sich die Grade der Gottesfreunde nach dem Grad ihrer Gottesfürchtigkeit.
Allah, der Allmächtige, lobt rechtschaffene Frauen wie folgt: „Die rechtschaffenen Frauen sind demütig ergeben und bewahren das zu Verbergende, wie Allah (es) zu bewahren befiehlt.“ (an-Nisā, 4:34)
Die Korankommentatoren legen diesen Ayat folgendermaßen aus: „Rechtschaffene Frauen sind diejenigen, die ihren Glauben aufrichtig leben und Gutes tun. Sie gehorchen Allah Taʿālā und ihren Ehemännern. In Abwesenheit ihrer Männer hüten sie ihre Keuschheit, das Eigentum ihrer Männer sowie ihre Pflichten gegenüber Allah. Und Allah behütet sie. Daher behandelt eure Frauen gut.“ (At-Tabarī, Tafsīr Sure 4:34)
Liebe Muslime!
Nach den Glaubensgrundsätzen der Ahl as-Sunna gab es keine Prophetinnen, wohl aber Gottesfreundinnen. Ihre Existenz ist durch edle Koranverse sowie durch segensreiche Hadithe unseres Propheten belegt. Beispiele hierfür sind Āsiya, die ehrwürdige Frau des Pharao, und Maryam, die Mutter von Īsā (a.s).
In diesem Zusammenhang dürfen wir unsere Mutter Hadīdscha nicht vergessen, die als Erste an den Propheten der Welten glaubte, ihn in seiner gerechten Sache nicht im Stich ließ und ohne zu zögern ihr gesamtes Vermögen für den Gesandten Allahs und für die erhabene Religion des Islam ausgab. Ebenfalls zu erwähnen sind unsere Mutter Fātima, die ehrenwerte Tochter unseres Propheten, durch die die Nachkommenschaft unseres Propheten bis heute fortbesteht, sowie unsere Mutter Āischa, die durch den heiligen Koran geläutert wurde und für ihre Gottesfurcht, ihre Gelehrsamkeit, ihre Keuschheit und ihren Zuhd, also ihre Abkehr von weltlichen Dingen bekannt ist. Ebenfalls zu erwähnen sind alle anderen Frauen unseres Propheten.
Auch nach dem Goldenen Zeitalter der Glückseligkeit zeugt die Geschichte des Islam von unzähligen rechtschaffenen Frauen, darunter sowohl unbekannte als auch namhafte wie Rābiʿa al-Adawiyya, Sayyida Nafīsa und Zubayda Hātūn, die Gemahlin des Kalifen Hārūn ar-Raschīd.
Auch in unserer jüngeren Geschichte gab und gibt es viele rechtschaffene Frauen, die sich als Leuchttürme hervorgetan haben und zu den Gottesfreunden zählen. Diese ehrwürdigen Frauen widmeten sich nicht nur der Ibādāt in ihren Kämmerlein, sondern trugen auch maßgeblich zur Besserung der nachfolgenden Generationen bei, indem sie unzähligen Studentinnen die islamisch-religiösen Wissenschaften lehrten und sie begleiteten. Wir sind diesen wertvollen Frauen jederzeit zu Dank und Gebeten verpflichtet. Denn sie sind mit dem folgenden Hadith gesegnet: „Das Paradies liegt unter den Füßen der Mütter.“ (an-Nasā’ī, Dschihād, 6).

Anstand (ādāb) und Erziehung im Islam

Anstand (ādāb) und Erziehung im Islam
29. Mai 2026 |12. Dhul-Hiddscha 1447

Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um Ādāb, also um Verhaltensnormen und Erziehung im Islam.
„Adab” bedeutet Anstand und wird definiert als eine edle Tugend, die sich durch Schamgefühl, Höflichkeit, Eleganz, gute Erziehung und gute Manieren auszeichnet und den Menschen vor peinlichen Situationen bewahrt. (Vgl. Ö. N. Bilmen, Dini ve Felsefi Ahlak Lugatçesi, S. 7)
Süleyman Hilmi Silistrevi beschreibt Adab wie folgt: „Adab bezeichnet Verhaltensweisen und Zustände, die im Einklang mit der Vernunft und der islamischen Religion stehen.” (Ali Erol, Hatıratım, S. 86)
Anstand ist das kostbarste und schönste Gewand, das den Worten und Taten Schönheit verleiht. Ohne Anstand sind Worte banal und hässlich, Verhaltensweisen gekünstelt und heuchlerisch, und Wissen fade und langweilig.
Anstand ist Feinfühligkeit und Schönheit, die es in jeder Lebensphase zu beachten gilt. Anstand ist der Ausdruck eines guten und vollkommenen Charakters. Daher sagte unser Prophet (s.a.w.), der Stolz des Universums: „Ich bin nur gesandt worden, um die guten Charaktereigenschaften zu vervollkommnen.” (Al-Bayhaqī, Schu’ab al-īmān, 7978)
In welchen Kontexten und gegenüber wem ist Anstand geboten? In erster Linie muss man gegenüber Allah Taʿālā und Seinem Gesandten Anstand wahren. Die gottesdienstlichen Handlungen enthalten neben Fard-, Wādschib- und Sunna-Elementen auch Aspekte des Anstands. Werden diese Regeln beachtet, erreicht die Anbetung ihre Vollkommenheit. Selbst das Gedenken an Allah , der Zikr, hat seine eigenen Anstandsregeln.
Hazrat Abū Mūsā al-Aschʿarī, ein edler Sahābī, berichtet von einem Vorfall während der Schlacht von Haybar wie folgt: „Wir waren mit Rasūlullāh (s.a.w.) auf einem Feldzug. Als die Menschen in ein Tal kamen, begannen sie lautstark den Takbīr auszurufen. Unser Prophet (s.a.w.) sagte: ,Beruhigt euch (erhebt nicht eure Stimmen)! Ihr ruft nicht jemanden an, der taub oder abwesend ist, sondern ihr ruft den, der (alles) hört und nah ist – und Er ist mit euch.’” (Al-Buchārī, 4205)
In folgendem Koranvers lehrt Allah Taʿālā selbst wie das Gespräch mit unserem Propheten (s.a.w.) zu führen ist: „O die ihr glaubt, erhebt eure Stimmen nicht über die Stimme des Propheten und redet nicht laut mit ihm, so wie die einen von euch gegenüber den anderen laut sind, damit eure Taten nicht hinfällig werden, ohne dass ihr es merkt.” (Al-Hudschurāt, 49:2)
In diesem Āyat zeigt Allah Taʿālā allen Muslimen, dass sie gegenüber dem Propheten Anstand wahren und Respekt erweisen sollen. Einige Gelehrte sagten ebenso: „Es ist auch verwerflich (makrūh), seine Stimme neben dem Grab unseres Propheten zu erheben. Denn er ist in seinem Grab lebendig.” Sie sagten sogar, es sei verwerflich, seine Stimme in Gegenwart von Gelehrten zu erheben, die als Erben des Propheten gelten. (Rūh al-Bayan, Hudschurāt, 49:2)
Liebe Muslime!
Die Gelehrten, die Freunde Allahs sind, haben der Menschheit gute Sitten gelehrt, indem sie diese vorlebten und Ratschläge gaben.
Hazrat as-Sarī as-Saqatī berichtete: „Nachdem ich eines Nachts gebetet hatte, streckte ich meine Beine in der Gebetsnische aus und hörte eine Stimme sagen: ,O Sarī, so sitzen nur Könige!’ Da sagte ich: ,(O Allah!) Bei Deinem Ruhm und Deiner Erhabenheit, ich werde meine Beine nie wieder ausstrecken.’” (Nuzhat al-Madschālis, Adab)
Abdullāh ibn al-Mubārak sagte: „Wer bei der Einhaltung der Anstandsregeln nachlässig ist, wird bestraft, indem ihm die Sunna-Handlungen entzogen werden. Wer bei der Ausführung der Sunna nachlässig ist, wird mit dem Entzug der Fard-Pflichten bestraft. Wer bei den Fard-Pflichten nachlässig ist, dem wird die Maʿrifatullah, die Erkenntnis Allahs, verwehrt.” (Nuzhat al-Madschālis, Adab)
Der Sufismus, auch Tasawwuf genannt, bei dem der Islam bis in seine Feinheiten aufrichtig gelebt wird, verkörpert den Höhepunkt des Anstands. Aus diesem Grund sagte Süleyman Hilmi Silistrevi (q.s.): „At-tarīqu kulluhā adab”, was soviel bedeutet wie: „Der gesamte mystische Weg besteht aus Anstand.” „Ein Mensch ohne Anstand kann den Schöpfer nicht erreichen.” (Mektuplar ve Bazı Mesail-i Mühimme S. 155) Ich möchte meine Hutbe mit dem folgenden Hadith Scharīf beenden: „Beehrt eure Kinder (tut ihnen Gutes) und bringt ihnen gute Manieren bei!” (Al-Bayhaqī, Schu’ab al-īmān, 6/400)

EID MUBARAK – DAS OPFERFEST

DIE VORZÜGLICHKEIT DES OPFERFESTES Das Opferfest ist eines der beiden islamischen Feste im Kalenderjahr. Es ist eng verbunden mit dem Hadsch, der die vierte Säule und Grundlage des Islams darstellt. Wenn Muslime ihren Hadsch vollendet haben, werden ihnen ihre Sünden vergeben. Am Tag von Arafat verrichten die Pilger den Wuqūf, die wichtigste Säule des Hadsch. […]

Die Weisheiten des Opferrituals

Verehrte Muslime!
Unsere heutige Hutbe befasst sich mit den Weisheiten des Opferrituals.
Alles im Universum wurde zu einem bestimmten Zweck erschaffen. So wurde der Mensch erschaffen, um Allah Taʿālā zu dienen, während die anderen Lebewesen dazu bestimmt sind, der Menschheit direkt oder indirekt zu dienen. Jedes Geschöpf entsprechend seinem zugedachten Zweck und im Einklang mit dem göttlichen Willen zu gebrauchen, ist ein Akt der Gerechtigkeit. Das Gegenteil davon ist Unrecht.
Auch der Schöpfungszweck der Tiere, deren Fleisch und Milch von Menschen verzehrt werden, besteht darin, dem Menschen zu dienen. Allah Taʿālā erklärt diese Tatsache im edlen Koran wie folgt: „Haben sie denn nicht gesehen, dass Wir für sie unter dem, was Wir mit Unseren Händen gemacht haben, Vieh (wie Kamele, Rinder und Schafe) erschaffen haben, über das sie verfügen? Und Wir haben sie ihnen fügsam gemacht, sodass einige von ihnen für sie als Reittiere (dienen) und sie einige davon essen (können). Und sie haben an ihnen (allerlei) Nutzen und Trank. Wollen sie denn nicht dankbar sein?” (Yāsīn, 36:71-73)
Das Schlachten dieser Tiere zum Zweck der Fleischgewinnung ist erlaubt. Das Schlachten mit der Absicht, ein Qurbān, also ein Opfer darzubringen, ist hingegen eine Ibāda.
„Qurbān” oder auch „Udhiyya” bezeichnet Tiere, die mit der Absicht geschlachtet werden, sich Allah zu nähern. Dieses Ritual wird seit Ādam (a.s.) durchgeführt.
Der Qurbān dient als eine Prüfung für die Menschheit. Die Geschichte des ersten Opfers in der Menschheitsgeschichte wird im heiligen Koran wie folgt erzählt: „(O Mein Gesandter!) Verlies ihnen die Geschichte der beiden Söhne Ādams, der Wahrheit entsprechend, als sie ein Opfer darbrachten (Hābīl einen Widder und Qābīl Feldfrüchte). Da wurde es von dem einen von ihnen (von Hābīl) angenommen, (indem es von einem vom Himmel herabsteigenden Feuer verzehrt wurde), während es vom anderen nicht angenommen wurde. Er (Qābīl, dessen Opfer nicht angenommen wurde, war eifersüchtig und) sagte: ‘Ich werde dich ganz gewiss töten.’ Der (andere, Hābīl) sagte: ‘Allah nimmt (das Opfer) nur von den Gottesfürchtigen an, (die seinem Befehl gehorchen und Ungehorsam vermeiden).’” (al-Mā’ida, 5:27)
Später wurde Ibrāhīm (a.s.) vor die Prüfung gestellt, seinen Sohn zu opfern. Da es jedoch nicht Allahs Wille war, dass Ismāʿīl (a.s.) geopfert werde, sandte Er ihm an seiner Stelle einen Widder als Opfertier. Dieses Ereignis wird in der Sure as-Sāffāt ausführlich geschildert.
Auch unserem Propheten (s.a.w.) wurde das Opfern von Allah Taʿālā mit den folgenden Worten befohlen: „So bete zu deinem Herrn und opfere!” (Al-Kawthar, 108:2)
Der Qurbān dient als Sühne für Sünden. An einem Opferfest sagte unser Prophet (s.a.w.) zu unserer Mutter, Hazrat Fātima,: „(O Fātima!) Geh zu deinem Opfertier und sieh zu (wie es geschlachtet wird). Denn mit dem allerersten Tropfen seines Blutes wird dir jede (kleine) Sünde, die du begangen hast, vergeben.” (Adh-Dhahabī, al-Muhaddhab, 8/3869)
Der Qurbān ist ein Symbol für die Aufrichtigkeit und Hingabe von Ibrāhīm (a.s.) und seinem Sohn Ismāʿīl (a.s.). Auf Geheiß Allahs unterzog sich Ibrāhīm (a.s.) der göttlichen Prüfung und legte seinen geliebtesten Sohn ohne zu zögern unter das Messer. Ismāʿīl (a.s.) zeigte sich dabei bereitwillig, sein Leben für Allah zu opfern.
Daher sollte ein Muslim beim Opfern seine Absicht wie folgt formulieren: „O mein Herr! Dieser mein Körper hat so viele Fehler begangen und so oft gegen Dich rebelliert, dass ich Dir diesen Körper opfern müsste, damit Du mir vergibst. Da Du Menschenopfer aber verboten hast, opfere ich dieses Tier anstelle meines Körpers. Nimm es an.”
Einige Freunde Allahs haben die Weisheit des Qurbāns wie folgt erklärt: „Durch das Opfern wird der göttliche Zorn besänftigt. Es zieht das Wohlgefallen Allahs an. Ein Land, in dem viele Opfer dargebracht werden, wird vom Krieg verschont. Beim Opfern gibt es ein allgemeines Interesse und einen absoluten Nutzen für Familie, Kinder und Bedürftige. Im Opferfest manifestiert sich die allumfassende göttliche Vergebung.”
Gesegnet sind diejenigen, die den Geboten Allahs folgen und Weisheit erlangen!

Die Vorzüge der Ashāb al-Kirām (der edlen Gefährten des Propheten)

Die Vorzüge der Ashāb al-Kirām
(der edlen Gefährten des Propheten)
15. Mai 2026 | 28. Dhul-Qaʿda 1447

Verehrte Muslime!
Unsere heutige Hutbe handelt von den Vorzügen der Ashāb al-Kirām.
Ein Mensch, der als Gläubiger dem Gesandten Allahs (s.a.w.) begegnet ist und als Muslim gestorben ist, wird Sahābī genannt. Der Plural davon ist Ashāb.
Die Ashāb waren die Gefährten, Helfer, Vertrauten und Geliebten unseres Propheten (s.a.w.). Sie glaubten ohne zu zögern an ihn, bewiesen ihre Treue, indem sie für ihn ihr eigenes Leben opferten, strebten demselben Ziel entgegen, teilten dieselben Gefühle und stellten ihn in jeder Hinsicht über sich selbst.
Sie begnügten sich nicht damit, lediglich den Islam zu leben, sondern setzten sich mit all ihrer Kraft dafür ein, die islamische Religion an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben und in die folgenden Jahrhunderte zu tragen. Worte sind nicht imstande, sie zu loben. Denn Allah Taʿālā selbst hat sie gelobt.
In der Sure at-Tawba, Āyat 100, sagt Allah Taʿālā:
„Und die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern und den Helfern und diejenigen, die ihnen im Guten gefolgt sind – Allah ist mit ihnen zufrieden und sie sind mit Ihm zufrieden. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durch die Flüsse fließen; darin werden sie für immer auf ewig verweilen. Das ist der großartige Erfolg.” (Sure at-Tawba, 9:100)
Wie aus diesem Koranvers hervorgeht, lassen sich die edlen Prophetengefährten in zwei Gruppen unterteilen. Die erste Gruppe bilden jene Muslime, die während der Zeit unseres Propheten (s.a.w.) in Mekka, den islamischen Glauben annahmen und alle erdenklichen Entbehrungen auf sich nahmen, um den Islam zu leben und aufrechtzuerhalten. Für ihre Überzeugung ließen sie schließlich ihr Hab und Gut in Mekka zurück und wanderten nach Medina aus. Sie werden Muhādschir, also Auswanderer, genannt.
Die zweite Gruppe besteht aus den Muslimen von Medina. Sie nahmen den islamischen Glauben an, als unser Prophet (s.a.w.) noch in Mekka war. Anschließend schworen sie, unseren Propheten ebenso zu beschützen wie ihr eigenes Leben und Eigentum. Sie luden unseren Propheten und andere Glaubensbrüder nach Medina ein. Man nennt sie Ansār, also Helfer. Diese außergewöhnlichen Persönlichkeiten hielten wahrlich ihr Wort und teilten ihre Speisen, ihre Kleidung und sogar ihre Häuser mit ihren Glaubensbrüdern aus Mekka.
Über diese außergewöhnlichen Menschen, derengleichen die Menschheitsgeschichte bis zu jenem Tag noch nicht gesehen hatte und auch nie wieder sehen sollte, sagte unser Prophet (s.a.w.):
„Die besten Menschen sind die, die zu meiner Zeit (leben). Dann die, die nach ihnen kommen, dann die, die nach ihnen kommen.” (Al-Buchārī, Schahādāt, 16, (2652))
Die herausragendsten unter den edlen Ashāb sind in dieser Reihenfolge Hazrat Abu Bakr, Hazrat Umar, Hazrat Usman und Hazrat Ali. Sie sind die ersten von zehn, denen das Paradies zu Lebzeiten verheißen wurde. Die anderen sechs Persönlichkeiten, denen ebenso das Paradies verheißen wurde, stehen im Rang nach ihnen. Es folgen diejenigen, die an den Schlachten von Badr und Uhud sowie an den Friedensverhandlungen von Hudaybiya teilnahmen und bei der Eroberung von Mekka sowie der Abschiedspredigt anwesend waren.
In einem Hadith Scharīf, überliefert von Umar (r.a.), heißt es: „Erweist meinen Gefährten Ehre. Denn sie sind die Besten unter euch.” (Al-Munawi, Kaschf al-Minhādsch, Hadith Nr. 4851)
Überaus bemerkenswert ist der folgende Āyat, der alle Prophetengefährten würdigt:
„Und allen hat Allah das Beste (das Paradies) verheißen.” (Sure al-Hadīd, 57:10)
Die Liebe zu den edlen Gefährten bildet die Grundlage für die Liebe zum Propheten (s.a.w.), während der Hass auf die Gefährten zum Hass auf den Propheten führt.
Rasūlullāh (s.a.w.) sorgte sich sehr um seine Gefährten und sagte: „Fürchtet Allah in Bezug auf meine Gefährten! Macht sie nicht zur Zielscheibe! Wer sie liebt, liebt sie aus Liebe zu mir, und wer sie hasst, hasst sie aus Hass gegen mich. Wer sie quält, quält mich. Und wer mich quält, quält Allah. Und wer Allah quält, den ereilt (Seine Strafe).” (Tirmidhī, Manāqib, 262 (3862))

Die Bewahrung der Augen vor Harām

Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um die Vorzüge der Koranrezitation.
Der heilige Koran ist das letzte göttliche Buch, das gesandt wurde, um die Menschheit aus der Dunkelheit ins Licht zu führen. Allah Taʿālā sagt in einem edlen Āyat: „Er ist es, Der Seinem Diener deutliche Zeichen herabsendet, damit Er euch von den Finsternissen ins Licht hinausbringt. Und Allah ist wahrlich mit euch gnädig und barmherzig.” (al-Hadīd, 57:9)
Der edle Koran ist kein trockener Text. Er ist ein Gespräch zwischen Allah Taʿālā und uns, Seinen Dienern. Dieses göttliche Gespräch kommt in der Sure al-Fātiha am deutlichsten zum Vorschein. Allah, der Allmächtige, erinnert uns darin an Seine unendliche Barmherzigkeit, an Seine absolute Herrschaft über das Universum und daran, dass Er der alleinige Herr des Jüngsten Gerichts ist. In Anerkennung Seiner Erhabenheit bekennen wir darin, dass wir nur Ihm dienen, nur auf Seine Gnade vertrauen und Ihn von ganzem Herzen anflehen, uns nicht vom geraden Weg abzubringen.
In einem edlen Āyat, der die Essenz des heiligen Korans prägnant beschreibt, heißt es: „Allah hat die beste Botschaft herabgesandt, ein Buch mit gleichartigen, sich wiederholenden (Versen), vor dem die Haut derer, die sich vor ihrem Herrn fürchten, erschauert. Dann erweichen sich ihre Häute und ihre Herzen zum Gedenken Allahs. Das ist die Rechtleitung Allahs. Er leitet damit recht, wen Er will. Und wen Allah in die Irre gehen lässt, für den gibt es keinen Rechtleitenden.” (Az-Zumar, 39:23)
Das Lesen des edlen Korans schenkt dem Herzen Frieden und Erleuchtung und macht einen zum Freund der Engel. Wer seinen Geboten folgt, erlangt Allahs Liebe und verschönert so sowohl das irdische als auch das ewige Leben.
In einem edlen Hadith, überliefert von Muslim, heißt es: „Es gibt keine Gemeinschaft, die sich in einem der Häuser Allahs versammelt, um das Buch Allahs zu rezitieren und gemeinsam darin zu studieren, ohne dass die Sakīna, die Seelenruhe, über sie kommt, die Barmherzigkeit sie umhüllt, die Engel sie umgeben und Allah sie vor denen, die bei Ihm sind, erwähnt.” (Muslim, 2699)
Liebe Muslime! Der einzige Ausweg aus den materiellen und seelischen Krisen, mit denen unsere Gesellschaften konfrontiert sind, besteht darin, unter der Anleitung des heiligen Korans zusammenzustehen. Wer seine Prinzipien richtig begreift und im eigenen Leben anwendet, wird von Übeln wie Lüge, Verleumdung und Ungerechtigkeit gereinigt, die die Gesellschaft von innen heraus zerstören. So gelangt man zum wahren Frieden. Herzen, die vom Licht des edlen Korans erleuchtet werden, befreien sich von geistiger Leere und finden zu einem unerschütterlichen inneren Gleichgewicht. Gerade für die heutigen Generationen, die im Bann eines materialistischen Denkens und Hilflosigkeit gefangen sind, ist die Wegweisung des Korans von lebenswichtiger Bedeutung.
So spricht Allah Taʿālā über den edlen Koran wie folgt: „O ihr Menschen, zu euch ist nunmehr eine Ermahnung von eurem Herrn gekommen und eine Heilung für das, was in den Brüsten ist, eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.” (Yunus, 10:57)
Wie es aus diesem Koranvers hervorgeht, ist der Koran der beste Ratgeber für diejenigen, die ihm Gehör schenken und ihn verstehen. Daher ist es notwendig, nicht nur seine Worte zu lesen, sondern auch ihre Bedeutung richtig zu verstehen oder den Erklärungen derer zuzuhören, die ihn verstehen, um gemäß seinen Geboten zu handeln. Nur so erlangt man die Rechtleitung.
Liebe Muslime! Wir dürfen uns nicht damit begnügen, den Koran nur selbst zu rezitieren. Wir müssen uns auch bemühen, ihn unserem Umfeld und unseren Kindern zu vermitteln. So können noch mehr Menschen von der Gnade und dem Licht unseres heiligen Buches, dem Wort Allahs, profitieren. Unser Prophet (s.a.w.) sagte: „Die Besten unter euch sind diejenigen, die den Koran lernen und lehren.” (al-Buchārī, Fadāʾil al-Qur’ān, 21)
Wenn wir wollen, dass unsere Nachkommen auf dem rechten Weg bleiben und ihre richtige Orientierung bewahren, dürfen wir ihnen das Licht des Korans nicht vorenthalten. Denn eine Generation, die sich vom Koran entfernt, läuft Gefahr, sich von der islamischen Moral zu entfremden, ihren eigenen Werten den Rücken zu kehren und in die Fänge verdorbener Ideologien zu geraten. In Erinnerung an diese lebenswichtige Verantwortung möchte ich meine Hutbe mit den folgenden Worten unseres Propheten (s. a. w.) beenden: „Erzieht eure Kinder (auf Grundlage dieser) drei Eigenschaften: der Liebe zu eurem Propheten, der Liebe zu seiner Ahl al-Bayt (seiner Familie) und des Lesens des Korans.” (As-Suyūtī, Dschāmiʿ as-saghīr, Bd. 1, S. 114)