DAS MI‘RADSCH-WUNDER
Unser Prophet sallallāhu ʿalayhi wa sallam wurde eineinhalb Jahre vor der Hidschra in der Nacht zum 27. des Monats Radschab mit dem Buraq vom Masdschid al-Haram zum Masdschid al-Aqsa gebracht. Von dort stieg er mit der Miradsch (eine Art Aufzug) von der Sahra (dem großen Felsen im Masdschid al-Aqsa) in den Himmel auf. Auf jeder Stufe der Himmelssphären begegnete er einem Propheten. Nachdem er sie gegrüßt und sich mit ihnen unterhalten hatte, erreichte er die Sidra al-Muntahā. Dort bestieg er den Rafraf und trat vor die Gegenwart Allāhs und ihm wurde viel sonderbares vom göttlichen Reichtum gezeigt.
Als er vor die Gegenwart Allāhs trat, preiste er Allāh mit den Worten „Attaḥiyyātu lillāhi wa-ṣ-ṣalawātu wa-ṭ-ṭayyibāt.“ Großmütig wurden seitens Allāhu Taʿālā die Worte „Assalāmu ʿalayka ayyuhannabiyyu wa raḥmatullāhi wa barakātuhu“ an ihn gerichtet. Zu Ehren dieses Salam und unter Einbindung seiner Umma sprach unser Prophet sallallāhu ʿalayhi wa sallam darauf „Assalāmu ʿalaynā wa ʿalā ʿibādillāhi-ṣ-ṣāliḥīn.“ Das Gebot, an einem Tag und in einer Nacht zu 50 Zeiten Gebet verrichten zu müssen, wurde auf das mehrmalige Flehen Rasūlullahs hin auf fünf Zeiten reduziert und somit erleichtert. Bei seiner Umkehr sah er das Paradies mit all seinen hohen Stufen und die Hölle mit all ihren niederen Stufen.
Nach der Ankunft im Bayt al-Maqdis und beim Aufbruch nach Mekka sah er die Karawane des Stammes Quraisch. Nach Tagesanbruch berichtete er in Mekka den Menschen über die Erlebnisse. Sie befragten unseren Propheten (s.a.w.) zum Bayt al-Maqdis und zum Zustand der Karawane. Sein eindeutiges Berichten über die erfragten Dinge wurde von denjenigen, denen Allahs Hilfe zuteilgeworden war, anerkannt, wohingegen diejenigen, die keinen Anteil am Glauben hatten, dies leugneten.
Am Morgen begab er sich zum Masdschid und informierte die Quraischis. Fassungslos und leugnend klatschen einige in die Hände und andere fassten sich an den Kopf. Einige der Gläubigen kehrten sich vom Glauben ab, von denen eine Gruppe zu Abu Bakr (r.a.) lief. Dieser sagte ihnen: „Wenn er das gesagt hat, dann ist es zweifellos richtig.“ Sie fragten ihn: „Stehst du auch diesbezüglich zu ihm?“ Er sprach: „Ich stehe bei etwas weitaus Bedeutenderem zu ihm; ich erkenne sein Prophetentum an!“ Hierauf erhielt er seinen Beinamen „as-siddīq“.