Die Umrah

Verehrte Muslime! In unserer heutigen Hutbe 

geht es um die Bedeutung der Umra.

Allah Taʿālā hat uns in diese Welt gesandt, um Ihm 

zu dienen und uns auf das Jenseits vorzubereiten.

Diese Welt ist, wie unser Prophet (s. a. w.) sagte, 

das Saatfeld für das Jenseits. Jede gute Tat, die wir 

hier säen, und jede rechtschaffene Handlung, die wir 

hier vollziehen, wird uns im Jenseits als Lohn 

begegnen.

Allah Taʿālā sagt in der Sure al-Isrā, Ayat 19: „Wer 

das Jenseits will und sich darum bemüht, wie es ihm 

gebührt, wobei er gläubig ist, – deren Bemühen wird 

mit Dank belohnt.”

Liebe Muslime! Die vorzüglichsten 

gottesdienstlichen Handlungen, die das Wohlgefallen 

Allahs auf sich ziehen, sind die Fard-Gebote. Danach 

kommen die Wādschib- und schließlich die freiwilligen 

Nāfila-Gebete. Auch die Umra gehört zu den

wichtigsten freiwilligen Ibādāt, die den Diener seinem 

Herrn näherbringen, ihn von Sünden reinigen und sein

spirituelles Leben beleben. Denn sie ist eine

außergewöhnliche Ibāda, die sowohl körperliche 

Anstrengung als auch finanzielle Opferbereitschaft

vereint.

Wörtlich bedeutet Umra „besuchen” oder „einen

Ort urbar machen”.

Im religiösen Sinne bedeutet sie „Besuch der

heiligen Kaʿba unter den für die Umra geltenden 

Bedingungen”. (Umdat al-Qārī fī scharh Sāhīh al-Buchārī) Sie ist 

weder Pflicht, noch gibt es eine festgelegte Zeit für sie.

Allah Taʿālā sagt im edlen Koran: „Vollzieht die 

Hadsch und die Umra für Allah!” (Al-Baqara, 2:196) Dieser 

göttliche Befehl verdeutlicht uns sehr, wie wertvoll die 

Umra ist.

Nach der hanafitischen Rechtsschule gilt es als 

eine starke Sunna, einmal im Leben die Umra zu 

vollziehen. Einige Gelehrte erachten sie sogar als

wādschib, als eine nachrangige Verpflichtung.

Die Umra wird auch als al-hadsch al-asghar, der 

kleine Hadsch, und die Hadsch selbst als al-hadsch alakbar, der große Hadsch, bezeichnet. Die Mehrheit 

der islamischen Gelehrten betrachtet es als 

lobenswert, die Umra mehr als einmal im Jahr zu 

vollziehen, sofern die finanziellen Mittel dafür

vorhanden sind. (Radd al-Muhtār, Kapitel Hadsch)

Unser Prophet (s. a. w.) sagte Folgendes über die 

Bedeutung der Umra: „Die Umra ist bis (zur nächsten) 

Umra Sühne für das, was dazwischen liegt (an 

kleinen Sünden). Für den angenommenen Hadsch 

gibt es keinen anderen Lohn als das Paradies.” (AlBuchārī, Umra, 1)

In einem anderen Hadith Scharīf heißt es: „Lasst 

der Hadsch die Umra folgen. Denn diese beiden 

beseitigen die Armut und die (kleinen) Sünden wie 

der Blasebalg, der den Schmutz von Eisen, Gold und 

Silber wegbläst. Für einen angenommenen Hadsch 

gibt es keinen anderen Lohn als das Paradies.” (Sunan 

at-Tirmidhī, Hadsch, 2)

Verehrte Muslime! Die heilige Kaʿba ist ein Ort, 

von dem die Herzen der Gläubigen nie genug 

bekommen können. Jeder Gläubige, der dorthin reist, 

kehrt mit der Sehnsucht zurück, wieder dorthin zu 

gehen. Ibn Abbās (r.a.) brachte diese Tatsache wie 

folgt zum Ausdruck: „Es gibt niemanden, der das Haus

Allahs verlässt, ohne den Wunsch zu hegen, dorthin 

zurückzukehren.” (Tafsīr ar-Rāzī, al-Baqara, 2:125)

Dieses Sehnsuchtsgefühl ist ein Segen, der dem 

Bittgebet des Ibrāhīm (a.s.) zu verdanken ist. Als er

seine Frau Hazrat Hadschar und seinen Sohn Ismāīl (a.

s.) im Tal von Mekka zurückließ, betete er zu seinem 

Herrn wie folgt: „Unser Herr! …So lasse die Herzen 

von Menschen sich ihnen zuwenden…“ (Sure Ibrāhīm, 14:37)

Ibn Abbās und Mudschāhid (r. anhum) sagten: 

„Hätte Ibrāhīm (a.s.) ‚die Herzen der Menschen’ statt 

‚die Herzen von (einigen) Menschen’ gesagt, wären 

Gläubige sowie Ungläubige dorthin geströmt und es

wäre kein Platz mehr für euch geblieben.” (Tafsīr al-Qurtubī, 

Sure Ibrāhīm, 14:37)

Liebe Muslime! Die Mutter der Muslime, Āʾischa

(r. anha), berichtete: „Ich fragte den Gesandten 

Allahs (s. a. w.): ‚O Rasūlullāh! Ist der Dschihad auch 

für Frauen Pflicht?’ Er antwortete: ‚Für sie gibt es 

einen Dschihad, der keinen Kampf beinhaltet: der

Hadsch und die Umra.’” (Ibn Mādscha, Manāsik, 8)

Wer von unseren muslimischen Geschwistern 

über die entsprechenden Mittel verfügt, sollte sich 

diesen großen Segen nicht entgehen lassen.

Die Kultusgemeinde der Union Islamischer 

Kulturzentren in Österreich organisiert das ganze Jahr 

über Umra-Reisen zu verschiedenen Terminen. 

Interessierte können sich für detaillierte 

Informationen an unsere zuständigen Mitarbeiter 

wenden.

Sehr geehrte Muslime,

Unser geliebter Prophet hat gesagt: „Wenn eure 

Kinder anfangen, richtig zu sprechen, lehrt sie zuerst 

‚Lâ ilâhe illallâh‘ zu sagen“, und damit die Bedeutung 

des Erlernens der Glaubensgrundsätze für unsere 

Kinder betont.

Auch wir, als Union Islamischer Kulturzentren, 

nutzen wir die fortlaufende Ferienzeit, um weiterhin 

zu bemühen, die Kinder unserer muslimischen 

Geschwister zu unterrichten. Wir möchten daran 

erinnern, dass wir weiterhin sowohl Jungen als auch 

Mädchen unterrichten.

Für detaillierte Informationen und Anmeldung 

können Sie sich gerne an uns wenden.