Imān-schädigendes Verhalten

Verehrte Muslime!

In unserer heutigen Hutbe geht es um Verhaltensweisen, die den Imān, den Glauben, gefährden.

Die größte Gnade Allahs, des Erhabenen, ist der Imān. Er verhilft uns zu irdischem Glück und garantiert uns das Paradies. Mit Gaben, deren Verlust katastrophal wäre, muss man noch sorgfältiger umgehen. Der Imān ist genau diese Gabe. Denn ohne Glauben aus dieser Welt zu scheiden, bedeutet, in der Hölle zu enden. Daher müssen wir gut verstehen, worauf wir achten und in welchen Punkten wir sensibel sein müssen, um unseren Glauben zu bewahren.

Der Imān mit all seinen Voraussetzungen ist, anders als Anbetung, ein Ganzes, das nicht teilbar ist. Wer also einen Glaubensartikel leugnet, leugnet den  Glauben als Ganzes.

Die erste Voraussetzung des Glaubens ist tasdīq-, also ein bedingungsloser Glaube mit dem Herzen. Die zweite Voraussetzung ist iqrār. Es bedeutet sich mit der Zunge dazu zu bekennen, also den Glauben mit der Zunge zu bezeugen.

Das Bekenntnis mit dem Herzen ist wesentlich, um vor Allah als Gläubiger zu gelten. Das Bekenntnis mit der Zunge ist jedoch notwendig, um in dieser Welt als Muslim betrachtet und so behandelt zu werden.

Wer sich nur mit der Zunge bekennt, aber nicht mit dem Herzen, wird zwar von den Menschen als Gläubiger betrachtet, gilt aber vor Allah nicht als gläubig. Im Islam werden solche Menschen als Munāfiq, als Heuchler, bezeichnet.

Wir müssen uns unser ganzes Leben lang von allem fernhalten, was diese beiden Grundsätze gefährden könnte. Allah Taʿālā betont die Bedeutung des Schutzes des Imān wie folgt: „Diejenigen, die glauben und ihren Imān nicht mit Ungerechtigkeiten verhüllen, sie (sind in)  Sicherheit und sie sind rechtgeleitet.” (Al-Anʿām, 6:82)

Unser Prophet (s.a.w.) sprach: „Wer im Wissen stirbt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, wird ins Paradies eingehen.“  (Muslim, Imān, 10)

Liebe Muslime! Nach Ansicht der Gelehrten der Ahl as-Sunna sind die Ursachen für den Verlust des  Glaubens zusammenfassend folgende:  – das Leugnen einer Fard-Pflicht,

  • das Betrachten von Dingen, die religiös eindeutig verboten sind, als halāl.
  • der Glaube, dass für bestimmte Menschen, die einen bestimmten Rang erreicht haben, die Pflichten und Verbote aufgehoben werden, und dass sie selbst bei schweren Sünden nicht in die Hölle kommen werden.
  • die Leugnung von Wahrheiten, die durch eindeutige Texte wie Koranverse und Hadithe belegt sind, beispielsweise Propheten, ihnen offenbarten Schriften, Engel, Dschinn, die Vorsehung, die Auferstehung nach dem Tod sowie das Paradies und die Hölle.
  • die Billigung von Wahrsagern, die behaupten, das Verborgene zu kennen, und darüber berichten, sowie von Astrologen, die behaupten, die Zukunft zu kennen.
  • der Glaube, dass es nicht notwendig sei, unserem Propheten (s.a.w.) zu folgen, obwohl Allah Taʿālā doch sagt: „Sprich (Mein Geliebter): ,O ihr Menschen! Wahrlich, ich bin Allahs Gesandter zu euch allen…’” (Al-Aʿrāf, 7:158) Unser Prophet (s.a.w.) sagte: „(Jeder) Prophet wurde ausschließlich zu seinem Volk gesandt. Ich aber wurde zu allen Menschen gesandt.” (Al-Buchārī, Tayammum, 1)

Zu den Worten und Taten, die zum Unglauben (kufr) führen, zählen: – die Verunglimpfung Allahs, Seiner Propheten, Seiner Schriften und Seiner Religion.

 – die Verspottung heiliger Dinge wie Allah, Propheten, Religion und Offenbarungsschriften.

  • die Billigung von Worten, Witzen und Verhaltensweisen, die Heiligtümer verhöhnen.
  • sich als Prophet auszugeben.
  • zu behaupten, das Verborgene zu kennen, so wie es Wahrsager oder Astrologen tun.
  • Handlungen zu begehen, die den edlen Koran verschmähen, wie ihn mit Füßen zu treten, zu verbrennen, oder in den Schmutz zu werfen.
  • vor eindeutig verbotenen Dingen wie Alkoholkonsum oder Glücksspiel die Basmala aufsagen,
  • die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Allahs aufzugeben. Dazu gehört auch die Gewissheit, ins Paradies zu kommen.

Wir sollten uns mehr darum bemühen, unseren Glauben zu schützen als unseren Besitz und unser Leben, damit wir, wenn wir unseren Besitz und unser Leben durch den unvermeidlichen Tod verlieren, mit unserem Iman gut dastehen.

Verehrte Muslime!

In unserer heutigen Hutbe geht es um die Bedeutung der Gesundheit im Islam.

Allah, unser erhabener Herr, hat den Menschen aus dem Nichts erschaffen und ihm Verstand, Körper und Seele geschenkt. Er hat uns diesen Körper und diese Seele anvertraut. Daher ist ein Gläubiger verpflichtet, dieses ihm von Allah Taʿālā anvertraute Gut zu bewahren. Der Islam regelt nicht nur die gottesdienstlichen Handlungen, sondern alle Bereiche, die das Glück der Menschen in dieser Welt und im Jenseits betreffen. So wird der Erhaltung der Gesundheit große Bedeutung beigemessen.

Der Gelehrte Hazrat Ebu’l-Fāruk Süleyman Hilmi Tunahan Silistrevi sagte: „Der Schutz des Körpers und der Erhalt seiner Gesundheit gehören zu den vorrangigsten Pflichten. Allah Taʿālā sagt:Und stürzt euch nicht mit eigenen Händen ins Verderben!‘ In diesem Gebot haben der Schutz des Körpers und der Gesundheit vor Gefahren und das Schließen der Tore zu diesen Gefahren oberste Priorität.”

Alle Dinge, die in unserer Religion verboten sind, schaden sowohl der körperlichen als auch der geistigen Gesundheit, während die erlaubten Dinge nützlich sind. In der Sure al-Aʿrāf, Ayat 157, heißt es dazu: „(Der Gesandte) erlaubt ihnen die guten Dinge und verbietet ihnen die schlechten Dinge.”

Die Bedeutung der Gesundheit wird in einem Hadith wie folgt erklärt: „Es gibt zwei Gaben, bei denen sich die meisten Menschen täuschen lassen: Gesundheit und Freizeit.” (al-Buchārī, Hadith-Nr. 6412)

Die erste Voraussetzung für Gesundheit ist Sauberkeit. Betrachtet man die islamischen Quellen, so bildet Reinheit das erste Kapitel in den Fiqh-Werken. Wer keine Gebetswaschung hat, muss zu jeder Gebetszeit fünfmal täglich die Körperteile waschen, die mit der Außenwelt in Berührung kommen. Das Händewaschen nach dem Toilettengang sowie vor und nach den Mahlzeiten ist eine Sunna im Islam.

In den Ayats und Hadithen wird außerdem die Reinigung der Zähne mit der Miswāk-Bürste bei jeder rituellen Waschung, das Schneiden der Nägel, das Waschen und Richten der Haare und des Barts, sowie die Sauberhaltung von Kleidung, Häusern, Straßen, Städten, Flüssen und Wasserquellen empfohlen. All dies hat seinen Platz in den Fiqh-Büchern eingenommen.

Ein Muslim, der seine Wohnung nicht mit den Straßenschuhen betritt, schleppt somit keine Keime von außen nach innen. Auf diese Weise hält er sein Zuhause frei von jeglichen Keimen. Gleichzeitig gehört es zu den Prinzipien des Islam, auf Hygiene und  Umweltschutz zu achten.

Bestimmte Krankheiten werden durch Nahrungsaufnahme übertragen. Um diesen vorzubeugen, sind Fleisch von verendeten Tieren, Blut, Schweinefleisch, Drogen und Alkohol verboten. Empfohlen werden hingegen gesunde Lebensmittel, gemäß dem Ayat: „Esst und trinkt, aber verschwendet nicht!“ (Sure al-Aʿrāf 7:31) Ungeachtet dessen ist es Sunna zu essen, wenn man Hunger hat und aufzuhören, bevor man satt ist. Es ist verpönt, sich den Magen vollzuschlagen.

Um Krankheiten vorzubeugen, die durch den Geschlechtsverkehr verursacht werden, sind unislamische Handlungen wie Unzucht und Geschlechtsverkehr mit Frauen während ihrer Menstruation, verboten. Darüber hinaus sind Frauen verpflichtet, sich am Ende ihrer Tage rituell zu waschen. Auch nach dem Geschlechtsverkehr müssen sich beide Ehepartner  rituell waschen.

Liebe Muslime!

Zum Schluss möchte ich euch eine wichtige Mitteilung machen. Als Kultusgemeinde der Union Islamischer Kulturzentren in Österreich bieten wir Muslimen bei Hadsch und Umra neben türkischen auch Führungen in anderen Sprachen an. In der nächsten Hadsch-Saison 2026 werden wir, insha’Allah, Führungen in zehn Sprachen anbieten. Unser Ziel beim Hadsch und der Umra ist das Wohlgefallen Allahs, wie auch bei der Lehre des edlen Korans und des Islam in unseren Einrichtungen.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir euch außerdem darauf aufmerksam machen, dass die Anmeldungen für den Hadsch 2026 bereits begonnen haben. Wir bitten alle Interessierten, so schnell wie möglich diesbezüglich mit unseren Hodschas Kontakt aufzunehmen.